Inselhochtied
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Heiraten im Meerland
Wir mussten leider bitter zu spüren bekommen, dass die Eigentümerfamilie uns das Gefühl gab, keine Gastgeber aus Leidenschaft zu sein.
Wir haben rechtzeitig (mehr als 12 Monate im Voraus) beim Meerland angefragt, ob das Hotel in der Lage sei, eine Feier mit etwa 30 Gästen auszurichten, da unsere Trauung am Leuchtturm stattfinden werde.
Dies wurde uns bejaht.
Wir trafen uns vor Ort für ein Kennenlernen und wurden uns über einen groben Preis für Übernachtung und Bewirtung einig, mit dem Hinweis dass sich dies natürlich leicht ändern könnte - je nach dem wie sich die Inflation / Lebensmittelpreise verändern.
Wir buchten also.
Leider war zu diesem Zeitpunkt noch unklar was mit der MwSt in der Gastronomie passiert.
Für uns dennoch alles kalkulierbare Preisschwankungen.
Ebenfalls vereinbarten wir einen Termin für ein Probeessen ca. ein dreiviertel Jahr vorher, um alles noch einmal final zu besprechen. Dies fand statt und es hieß nach wie vor, dass unsere Wünsche umzusetzen seien.
Etwa 5 Monate vor der geplanten Feier kam dann die erste böse Überraschung:
Der erst angegebene Preis hatte sich mehr als verdoppelt und das, obwohl die Inflation gesunken und die Lebensmittelpreise stabil geblieben sind, mit leichtem Trend nach unten.
Allerdings sei der nun angebotene Preis auch nur ein Richtwert und könne sich auch jeder Zeit weiter verändern.
Ja - die MwSt wurde angehoben, jedoch unseres Wissens nicht um 100%, sondern um 12%.
Zudem die Senkung ihrer Zeit eine Entlastung für die Gastronomen war, um coronabedingte Ausfälle auszugleichen und die wenigsten Gastronomen diese Senkung wahrscheinlich an die Gäste weitergegeben haben.
Dazu kommt, dass das Meerland auf einmal keine Gastronomie mehr hatte und man müsse dies extra für uns organisieren und Personal (einen Koch) einstellen.
Uns wurde vom Hotel geraten einen Caterer aufzusuchen, da das Meerlandteam die gastronomische Begleitung aus genanntem Personalmangel nicht mehr sicherstellen konnte.
Wir fanden auch einen Caterer, der bereit war unsere Feier im Hotel auszutragen.
Spannender Weise teilte uns dieser mit, dass er bereits vom Hotel angefragt wurde, ob er die Bewirtung abhalten könne, was dieser bejahte und ein Angebot an das Hotel erstellte, was ca. ein Drittel des uns angebotenen Meerland Preises war. Dieses Angebot legte er uns vor.
Dass eine Location auf ein Angebot eines Caterers, ggf. eine „Korkgebühr“ aufschlägt, ist uns bewusst, obgleich wir ja wie ursprünglich vereinbart keine Saalmiete hatten. Jedoch über 100% aufzuschlagen, obwohl man KEINE Dienstleistung erbringt erscheint uns fragwürdig.
Der Caterer sagte jedoch, als er hörte welchen Preis das Meerland uns anbot, er würde die Familie Komorowski gerne kennenlernen, bevor er eine endgültige Zusage treffen kann.
Ca. 4 Monate Vor geplanter Hochzeit dann die nächste Hiobsbotschaft:
Der Caterer sagte uns nach dem Kennenlernen der Familie Komorowski ab.
Weshalb sich anscheinend das Meerland nun quer stellte, obwohl wir jemanden gefunden hatten, der die Kuh für alle Beteiligten vom Eis holt und wir uns auch preislich mit dem Caterer einig waren, ist uns nach wie vor ein Rätsel.
Gewünscht hätten wir uns von einem Gastgeber aus Leidenschaft eine Einstellung mit der Mentalität „wir werden uns Mühe geben Ihnen einen schönen Tag zu bereiten und bekommen das gemeinsam alles hin“ und nicht ein „klappt nicht, seht zu, wie ihr zurecht kommt“.
Letztendlich haben wir dort übernachtet mit der Gesellschaft.
Allerdings haben wir in den drei Tagen laute Streitigkeiten des Personals mitbekommen, was als Gastgeber einer Hochzeit evtl. Hätte charmanter gelöst werden können - zum Beispiel nicht im Beisein des Gastes.
Wir hatten uns die Planung für den schönsten Tag unseres Lebens definitiv anders erhofft und würden eine solche Feier nie wieder mit dem Meerlandteam planen.
Zum Glück fanden wir auf der Insel eine Location, mit welcher wir ohne Probleme eine dennoch perfekt gelungene Feier hatten.
Wir denken es ist nachvollziehbar, dass uns dieses Hotel nicht mehr wiedersehen wird.